Wie wirkt Palmitoylethanolamid und warum?

(*Erläuterung der Begriffe finden Sie im Glossar)

Die präventiven und therapeutischen Wirkungen von Palmitoylethanolamid sind vor allem auf seine biologische Aktivität zurückzuführen. Palmitoylethanolamid normalisiert nämlich aus dem Gleichgewicht gebrachte biologische Prozesse wie z. B. chronische Entzündungen oder durch Traumata oder Sauerstoffmangel bedingte Schädigungen. Dies geschieht unter anderem über die Einwirkung auf einen bestimmten Kernrezeptor*, der als PPAR-Rezeptor* bezeichnet wird.(36,37)

Dieser Kernrezeptor stellt das Gleichgewicht in den gestörten Zellen wieder her, wodurch diese keine übermäßigen Entzündungsfaktoren und schmerzfördernden Substanzen mehr produzieren (siehe Abbildung 2).(38,39)

Wirkung von Palmitoylethanolamid

Abbildung 2: Die Wirkung von Palmitoylethanolamid FAAH: Fatty acid amide hydrolase (FettsäureamidHydrolase)* PPAR: Peroxisome proliferator-activated receptor (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor)* NAPE: N-Acyl-Phosphatidylethanolamin* PEA: Palmitoylethanolamid (*Erläuterung der Begriffe finden Sie im Glossar)

Die Aktivierung dieses Kernrezeptors spielt daher bei der Schmerzstillung eine wichtige Rolle.(40)

Palmitoylethanolamid kann in vielen Zellen gebildet werden und auf diese Weise bei chronischen Schmerzbeschwerden wirksam sein.(41,42)

Es ist Bestandteil eines natürlichen körpereigenen Anti-Schmerz-Systems.(43) Bei jedem chronischen Schmerzsyndrom werden bestimmte Zellen, die bei Entzündungen eine Rolle spielen, übermäßig aktiviert, das sind die sogenannten Mastzellen und die Gliazellen*. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass diese von den Neuronen abzugrenzenden Zellen im Nervengewebe chronische Schmerzen aufrechterhalten. Daher ist es sehr wichtig, diese aktivierten inflammatorischen Zellen in ihrer übermäßigen Aktivität zu bremsen. Und genau das macht Palmitoylethanolamid. Es bringt diese Zellen wieder zur Ruhe, wodurch sich chronische Schmerzsysteme im Körper erheblich verringern.(44,45)

Neben dem beruhigenden Einfluss auf u.a. Mastzellen und Gliazellen wurden inzwischen noch viele weitere Wirkungsmechanismen identifiziert.(46-48)

Palmitoylethanolamid hat eine entzündungshemmende, zellschützende und schmerzstillende Wirkung. Darüber hinaus wirkt es auch antikarzinogen, neuroprotektiv und neuroregenerativ. Es bringt gestörte Körperprozesse wieder ins Gleichgewicht.(49,50) Dadurch lässt sich Palmitoylethanolamid bei vielen Krankheitsbildern einsetzen.(51-53)