Palmitoylethanolamid hemmt Entzündungen, lindert Schmerz und fördert den Zellschutz

Palmitoylethanolamid ist ein natürliches Fett, das von Natur aus in allen Zellen des menschlichen Körpers, in den Zellen von vielen Wirbeltieren und wirbellosen Tieren aber auch in Pflanzenzellen vorkommt. Es ist ein Fettsäureamid.

Entzündungen und Schmerzen sind die Begleiterscheinungen von vielen Krankheiten. Palmitoylethanolamid wird in Körperzellen und Geweben bei Bedarf produziert und bringt die Auswirkungen der schädlichen Reize wieder ins Gleichgewicht. Zellenschäden entstehen durch Sauerstoffmangel im Gewebe (bei z.B. Infarkt oder Krebs), mechanische Beschädigung (Unfall, Trauma) und durch akute oder auch chronische Entzündungen(Asthma, Arthritis u.a.).

Palmitoylethanolamid, N-(2-Hydroxyethyl)-Hexadecanamid oder Palmidrol, abgekürzt PEA, ist ein Fettsäureamid (Abbildung 1), das natürlicherweise im menschlichen Körper, vielen Wirbeltieren und Wirbellosen(1), aber auch in Pflanzen vorkommt. Die Kohlenstoffatome im Palmitoylethanolamid-Molekül sind in einer einfachen linearen Kette angeordnet, und das zeigt, dass Palmitoylethanolamid fettlöslich ist.

Unsere Körperzellen bilden Palmitoylethanolamid als Antwort auf einen schädlichen Reiz. Dieser schädliche Reiz kann viele Ursachen haben: Gewebe- oder Zellschädigungen durch Sauerstoffmangel (Ischämie), durch von außen kommende schädliche Stoffe oder durch Traumata (Gewebsverletzungen z. B. bei einem Unfall). Sogar Pflanzenzellen bilden in Trockenperioden mehr Palmitoylethanolamid, um sich vor Trockenschäden zu schützen. In all diesen Fällen spielt Palmitoylethanolamid die Rolle eines schützenden und reparierenden Moleküls, dass das Selbstheilungsvermögen des Körpers deutlich unterstützt.

Auch Nahrungsmittel (vor allem Eier, Erdnüsse, Soja, Fleisch, Fisch und Innereien wie Leber, Herz und Nieren) enthalten kleine Mengen an Palmitoylethanolamid. Schon vor über einem halben Jahrhundert hat sich erwiesen, dass ein Extrakt aus Eigelb eine entzündungshemmende Wirkung hat.(2) Einige Jahre später stellte man fest, dass diese Eigenschaft dem Palmitoylethanolamid zuzuschreiben ist.(3)

Im Jahr 1957 wurde die Struktur dieser Verbindung aufgeklärt und herausgefunden, dass sie auch in weiteren Nahrungsmitteln vorkommt.(4) Schon bald entdeckte man, dass Palmitoylethanolamid auch die Widerstandskraft erhöhen kann.(5,6)

In Tierstudien wurde nachgewiesen, dass es hervorragend aus dem Verdauungstrakt aufgenommen wird und schnell seine therapeutische Wirkung entfaltet.(7,8)

Die therapeutische Wirkung von Palmitoylethanolamid wurde seit 1957 in über 300 wissenschaftlichen Artikeln dokumentiert.(9)

Palmitoylethanolamid

Abbildung 1: Strukturformel von Palmitoylethanolamid Wirkungsmechanismus entdeckt von Nobelpreisträgerin Professor Rita Levi-Montalcini