Metabolismus (Verstoffwechslung)

Palmitoylethanolamid kann in nahezu jeder Körperzelle produziert werden. Die Palmitoylethanolamid-Synthese ist eine so genannte „On-demand“-Synthese. Das bedeutet, dass die Zellen dann Palmitoylethanolamid produzieren, wenn es benötigt wird. Benötigt wird es in Situationen, in denen die Zelle oder das Gewebe geschädigt wird oder geschädigt zu werden droht. Diese Situationen reichen von Entzündungen wie Grippe oder Keuchhusten bis hin zu Infarkten und Nervenschädigungen, die zu chronischen Schmerzen führen.

In bestimmten chronischen Situationen jedoch wird das intern gebildete Palmitoylethanolamid in der Zelle durch intrazelluläre Enzyme wie das Enzym FAAH* beschleunigt wieder abgebaut. In Krebszellen beispielsweise ist dieses Enzym als Glied des übersteigerten Krebszellenmetabolismus zu aktiv. Das Krebszellen hemmende und schmerzstillende Palmitoylethanolamid ist dadurch in der Zelle in zu geringer Konzentration vorhanden. (*Erläuterung der Begriffe finden Sie im Glossar)

Gleiches gilt auch für andere chronische Erkrankungen. In solchen Situationen versucht die Zelle, zusätzliches Palmitoylethanolamid zu synthetisieren, aber das reicht nicht immer aus. In diesen pathologischen Situationen mit zu geringer Produktion und/oder zu starkem Abbau ist es sinnvoll, zusätzliches Palmitoylethanolamid als Nahrungsergänzung zuzuführen.

Der Metabolismus von Palmitoylethanolamid in der einzelnen Zelle ist im Ansatz einfach. Die Zelle kann Palmitoylethanolamid aus fettähnlichen Komponenten aufbauen, die in der Zellmembran bereits vorhanden sind (über die Vorstufe NAPE*). (*Erläuterung der Begriffe finden Sie im Glossar)

Der Abbau ist ebenso einfach: jede Zelle, in der Palmitoylethanolamid gebildet werden kann, verfügt auch über das Enzym FAAH. Dieses Enzym kann Palmitoylethanolamid bis in seine Bausteine wieder abbauen, die dann erneut in die Membran aufgenommen werden.

Ein schönes Beispiel für das Recycling im Körper.