Erläuterung der Begriffe (Glossar) (* = Erläuterung der Begriffe)

Mastzellen: Zellen, die unter anderem in der Schleimhaut von Luftwegen, Nase und Darm vorkommen, aber auch in der Haut und anderen Geweben. Diese Zellen produzieren unter anderem Histamin, das in körnchenförmigen Einlagerungen (sog. Granula) gespeichert wird. Mastzellen können beispielsweise durch Beschädigung oder den Kontakt mit einem Allergen aktiviert werden. Der Inhalt der Granula wird dann freigesetzt (Degranulation) und verursacht eine Entzündungsreaktion.

Kernrezeptor: Ein Rezeptor, der sich im Zellkern befindet und Bindungen mit bestimmten Stoffen wie Hormonen eingehen kann. Durch die Bindung dieser Stoffe an den Kernrezeptor übt dieser in der Folge Einfluss auf die DNA aus, wodurch bestimmte Gene mehr oder minder exprimiert werden (ein Beispiel dafür ist, dass Palmitoylethanolamid an den Kernrezeptor gebunden wird und dort die DNA so beeinflusst, dass die Bildung von Entzündungsfaktoren verringert werden).

PPAR-Rezeptor: Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor, ein spezifischer Kernrezeptor, der in verschiedenen Geweben vorkommt. Ursprünglich wurde angenommen, dass diese Rezeptoren die Zahl der Persoxisome (Zellorganellen, die u.a. die Entgiftung bestimmter Schadstoffe übernehmen) in der Zelle vergrößern könnten. Später stellte sich heraus, dass die PPAR viel mehr Funktionen haben und dass sie bei der Zelldifferenzierung, Entwicklung und dem Metabolismus höherer Organismen eine unabdingbare Rolle spielen.

Gliazellen: (griechisch: glia = Leim) von den Neuronen abzugrenzende Zellen, die im Nervensystem vorkommen und die Neuronen schützen und versorgen. Das Verhältnis Gliazellen/Nervenzellen beträgt etwa 10:1. Im Gegensatz zu den Neuronen können sich Gliazellen teilen.

CIAP: Chronische idiopathische axonale Neuropathie, eine Erkrankung der Nerven mit unbekannter Ursache, die zu einer Gefühlsverminderung oder -veränderung und einem mehr oder minder starken Ausfall der Muskelfunktion führt.

Ischias: vollständige Bezeichnung: Ischias Neuralgie. Eine Form von Nervenschmerzen (Neuralgie) im Rücken. Die Schmerzen werden durch Druck auf die Wurzel des Ischiasnervs ausgelöst, wo dieser aus der Wirbelsäule austritt. Ischias wird oft durch einen Bandscheibenvorfall verursacht.

Perineale Nervenschmerzen: Nervenschmerzen im Gebiet zwischen Anus und äußeren Geschlechtsorganen (Perineum).

Vulvodynie: Missempfindungen (Brennen, Irritationen und Schmerzen) im Bereich der Vulva.

Interstitielle Zystitis: auch schmerzhaftes Blasensyndrom oder chronisches Blasenschmerzsyndrom genannt; dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die Missempfindungen und Schmerzen in der Blase und dem umgebenden Beckenbereich verursacht und nicht auf eine Blaseninfektion oder Nierensteine zurückzuführen ist.

Stille Entzündung: chronische Low-grade-Entzündungsprozesse. Viszerale Schmerzsyndrome: Schmerzen in einem oder mehreren Organen (Viscera).

Komplexes regionales Schmerzsyndrom* (engl.: CRPS) oder Sudeck-Schmerzen: Ein Syndrom mit lang andauernden Schmerzen in einem Gliedmaßenabschnitt, oft ein brennendes Gefühl, meist nach einem Trauma, einer Operation und Immobilisierung. Dabei treten Gefühlsveränderungen, Muskelabbau und Durchblutungsstörungen auf.

Neuralgische Schmerzen: Nervenschmerzen.

Vestibulitis: eine Erkrankung, die zu einem Wund- oder Schmerzgefühl und Brennen am Scheideneingang führt.

Vasodilatation: (von lateinisch vas „Gefäß“ und dilatatio „Erweiterung“) bezeichnet die Erweiterung der Blutgefäße.

Retinopathie: (Retina = Netzhaut; -pathie = Erkrankung) eine Schädigung der Netzhaut, der lichtempfindlichen Auskleidung des inneren Auges. Sie ist oft eine Folge der zunehmenden Schädigung kleiner Blutgefäße im Auge, u. a. hervorgerufen durch einen schlecht eingestellten Diabetes mellitus.

Ischämie-Reperfusionsschädigung: Gewebeschädigung als Folge der wiederhergestellten Durchblutung nach Minderdurchblutung/ Sauerstoffmangel beispielweise durch einen Infarkt. Anstelle zur Wiederherstellung der ursprünglichen Funktion führt eine Wiederherstellung der Durchblutung zunächst zu einer Zunahme von oxidativem Stress und einer Entzündung.

Nitrotyrosin: ein Stoff, der im Körper infolge einer oxidativen Schädigung entstehen kann. Er dient als Biomarker für Zellschäden und Entzündungserkrankungen und ist bei bestimmten Krankheitsbildern wie z. B. rheumatoider Arthritis erhöht.

iNOS: induzierbare NO-Synthase; Enzym, das die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) katalysieren kann. NO ist ein sehr wichtiger Botenstoff im Körper. iNOS sorgt speziell bei Abwehrreaktionen für die Bildung von NO und ist bei Entzündungsprozessen erhöht. * = Erläuterung der Begriffe siehe Glossar

FAAH-Enzym: Fatty Acid Amide Hydrolase (Fettsäureamid-Hydrolase); ein Enzym, das für den Abbau von Palmitoylethanolamid und ähnlichen Verbindungen in der Zelle sorgt.

NAPE: N-Acyl-Phosphatidylethanolamin, der Vorläuferstoff (Präkursor) von Palmitoylethanolamid in der Zelle. NAPE wird aus Phosphorlipiden gebildet, die in der Zellmembran vorhanden sind, und danach mit Hilfe bestimmter Enzyme u. a. zu Palmitoylethanolamid umgesetzt.